WAS ZUERTS GESCHAH . . .

Bergen Belsen 1929.

Es lag eine dünne Schneedecke über dem Land. Obwohl es noch sehr früh war, leuchteten in einigen Häusern des kleines Ortes Bergdorf die Lichter bereits.

Die Eltern der Schulkinder hatten sich die Probe für das Weihnacht-spiel, mit der die Kinder der sechsten Klasse beschäftigt gewesen waren, angeschaut. Nun lauschten sie dem Chor, der zum Abschluß noch ein paar Lieder sang.
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Später lasen Paulis Eltern nochmal den Brief, den sie vom Direktor der Wiener Sängerknaben erhalten hatten.

"Oh Paul, wäre es nicht schön, wenn er ein berühmter Sänger werden könnte?" flüsterte Charlotte.

"Unsinn!" sagte Dr.Räder barsch. "Der Junge wird Arzt, so wie ich, so wie sein Großvater."

Unglücklicherweise verlor Dr.Räders Familie bei einem Autounfall das Leben.

So war der schlanke Junge mit zwölf Vollwaise.

 

Belsen 1929

Im Dorf von BELSEN zu dieser Zeit betrachtete Werner zart dem Baby, das er in seinen Armen hielt. Wenig wusste er, dass innerhalb 15 Jahre sein schlechtester Feind Axel auf eine ähnliche Art betrachten würde . . .
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WAS ZUNÄCHTS GESCHAH . .

DIE LETZTE VERSCHWÖRUNG  -  Fünfzehn Jahre später

Am Dienstagmorgen, dem 6.Juni 1944, stand ein einsamer Offizier der Luftwaffe oben auf einem Bunker an der Küste der Normandie und suchte den Horizont ab. Es war 03Uhr50.

Oberstleutnant Werner von Brecht war vor einiger Zeit aus Ankara zurückgekehrt und fehlte offiziell wegen Krankheit seit dem 25.Mai.
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Von Brecht hatte den leeren Horizont seit 3Uhr50 abgesucht. Es war exakt 4Uhr33, die Morgendämmerung setzte gerade ein, an jenem 6.Juni 1944 in der Normandie, als von Brecht eine geringfügige Änderung seines Blickfeldes feststellte. Mit allmählich wachsendem Unglaube betrachtete von Brecht, wie sich am Horizont nach und nach eine Galaxie von Nord nach Süd sich ausbreitender, wachsender Pilze, bildete.

"Viertausend Schiffe...", flüsterte von Brecht. "Sie haben sie...Viertausend Schiffe, von elftausend Flugzeugen flankiert. Drei Millionen Soldaten dahinter. Die größte amphibische Kraft, die es je gab, auf dem Weg nach 'Utah', 'Omaha', 'Gold', 'Juno' und 'Sword'. Genau wie der Agent in Ankara es behauptet hatte."

 

TOTER JUNGE IN DER ABBILDUNG
"Das war nicht nötig", sagte Axel. "Du hättest ihn hereinbringen können und dann hätten wir ihn vernommen. Nun müssen wir es der Polizei melden." Dies geschah ebenfalls an jenem Dienstag.

"Du wirst weich", sagte der Junge. "Er saß im Keller und kannte das Paßwort nicht."

"Es war trotzdem dumm, ihn umzubringen. Sein Vater könnte Offizier sein.

Dann wären wir in Schwierigkeiten."

Der tote Junge auf dem Boden war ungefähr 10 Jahre alt, aber die Fahlheit seines Gesichtes dürfte seine Jugendlichkeit extra hervorheben. Die rote Blutlache kontrastierte stark mit der Blässe des Toten.

"Du hast ihn direkt durch das Herz geschossen", fuhr Axel fort. "Das war wirklich nicht nötig."
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" Ein sehr guter Report, " sagte Paul Räder zu Axel von Brecht der vor ihm stand im Prinz-Albrecht-Strasse Gestapo-Hauptambt, Berlin.
"Normalerweise erreichen solche kleinen Angelegenheiten nie meinen Schreibtisch… Aber andererseits …, das ist, nicht warum Sie vor mir… stehen"; Es war Mittwoch-Morgen am 6. September 1944.
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Nicht weit entfernt ein wenig späteres…

Beiläufig drehte sich der junge Amerikaner um.
Nun das er nahe bei ihr auf seinen seite lag, könnte Heiderund den Schatten gegen die Wand sehen.

Sie schaute unten auf ihm, schleiss dann ihren Augen.

" Er ist zu gross" … plädierte sie hoffnungslos in ihrer kaum siebzehnjahrige jungfrauliche stimme.

"Ich kann das unmöglich absorbieren..."

Naturlich kannst du dass... " flüsterte der junge Amerikanische Söldner sanft in ihrem Ohr.

" Wozu denkst du das er da ist… ?"